Warum sieht das Landstück, auf dem meine Geokoordinate ist, abgeholzt aus?

In der Tat handelt es sich bei dem Landstück nicht mehr um klassischen “Urwald”, sondern um sogenannten “Sekundärwald”. Das bedeutet, dass kleinere Flächen innerhalb dieses Waldes schon einmal durch Menschen genutzt wurden. Allerdings ist er Teil eines größeren, zusammenhängenden Landstücks, auf dem in allererster Linie völlig intakter Primärwald steht.

Trotz der vorgeschädigten Flächen haben wir uns bei diesem Landstück zum Kauf und Schutz entschieden, weil es sich beim Rapid Assessment als besonders schutzbedürftig herausstellte: Es ist nämlich nicht nur stark bedroht, sondern hält auch einen wichtigen Korridor zwischen intakten Waldgebieten zusammen. Der junge Wald hat jetzt die Chance, sich durch das frühzeitige Unterbinden weiterer menschlicher Eingriffe natürlich zu regenerieren. Wir haben uns also bewusst dazu entschieden, das gesamte Stück einschließlich Sekundärwald zu schützen und durch Spenden wie deiner zu refinanzieren, um großflächige Gebiete und ihre direkte Umgebung frühzeitig schützen zu können. 

Inzwischen sieht die Realität in der unmittelbaren Umgebung unserer Schutzgebiete im “Secret Forest” am Tambopata so aus, dass es immer mehr solcher kleinflächig gerodeten Lichtungen inmitten des intakten Regenwalds gibt. Deswegen reicht der Schutz der intakten Waldflächen allein hier nicht mehr aus, um der Natur den notwendigen Raum wiederzugeben, den sie braucht, um ihre Ökosystemfunktionen am Laufen zu halten. Um ganzheitlichen Umweltschutz in der Region zu betreiben, braucht es darum neben dem klassischen Flächenschutz auch Renaturierungsprojekte für genau solche vorgeschädigten Waldgebiete. Mit unserem Agroforst-Projekt gehen wir bereits in diese Richtung. 

Zu so einem ganzheitlichen Ansatz gehört auch, Korridore zwischen intakten Wäldern zu erhalten und die damit verbundenen – ggf. vorgeschädigten – Flächen zu regenerieren.

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