1m² = 1€ - Warum ist das im Vergleich zu Deutschland so günstig?
Der Schutz von 1 m² Urwald für nur 1 € bei Wilderness International mag im Vergleich zu den hohen Landpreisen in Deutschland überraschend günstig erscheinen. Dafür gibt es jedoch mehrere Gründe, die mit den Bedingungen in den Schutzregionen:
Günstige Landpreise in den Zielregionen
Wilderness International sichert Urwälder in Regionen wie Peru oder Kanada, wo der wirtschaftliche Druck auf Landflächen viel geringer ist als in Deutschland. Diese Flächen sind oft abgelegen und nicht für Bauvorhaben oder industrielle Nutzung geeignet, was die Preise niedrig hält. In Deutschland hingegen ist Land extrem begehrt, insbesondere in wirtschaftlich genutzten oder infrastrukturell erschlossenen Regionen, was zu hohen Preisen führt.
Fehlende Infrastruktur
Unsere Schutzgebiete befinden sich oft in abgelegenen Regionen ohne Infrastruktur. Diese wirtschaftlich zu erschließen würde einen hohen finanziellen Aufwand bedeuten. Das senkt den Kaufpreis zusätzlich, bedeutet aber nicht, dass deswegen niemand Interesse an diesen Gebieten und der Erschließung hat. Im Gegenteil, inzwischen wird es immer rentabler oder auch notwendiger für Unternehmen und Individuen, auch solche Gebiete zu erschließen.
Große, unberührte Gebiete
Die Schutzflächen in Peru und Kanada bestehen aus riesigen, zusammenhängenden Urwaldgebieten. Der Kauf großer Flächen senkt die durchschnittlichen Kosten pro Quadratmeter erheblich. In Deutschland hingegen gibt es nur wenige unberührte oder zusammenhängende Naturschutzflächen, was die Kosten pro Quadratmeter in die Höhe treibt.
Unterschiedliche Nachfrage und Nutzung
In Ländern wie Deutschland ist der Boden wertvoll für Landwirtschaft, Städtebau oder Gewerbe. Dadurch gibt es einen hohen wirtschaftlichen Druck auf Land. In den Schutzregionen von Wilderness International ist die Nachfrage für solche Nutzungen deutlich geringer, vor allem in abgelegenen Waldgebieten.
Effiziente Schutzstrategien
Wilderness International arbeitet mit lokalen Partnern und nutzt nachhaltige Ansätze, um die Schutzgebiete zu sichern und zu verwalten. Dies minimiert die laufenden Kosten. Durch den Fokus auf rechtssicheren Kauf und langfristigen Schutz entstehen keine zusätzlichen Kosten für Pacht oder teure Pflege wie in Deutschland.
Keine gewinnorientierte Nutzung
Ziel der Schutzprojekte ist der langfristige Erhalt der Natur und nicht der wirtschaftliche Nutzen. Daher entfallen viele Kosten, die bei kommerzieller Landnutzung anfallen würden. Die Organisation nutzt Spenden gezielt, um nur den Schutz der Gebiete zu finanzieren, ohne unnötige Verwaltungs- oder Gewinnkosten.
Verhandlungsgeschick
Die Verantwortlichen bei Wilderness International verhandeln so gut wie möglich, um einen akzeptablen Preis für die Stiftung, aber auch einen fairen Preis für die meist lokalen Verkäufer:innen zu vereinbaren. In Peru zahlen wir bspw. ø 0,10€ pro Quadratmeter an Rohkosten für Land (also ohne Kosten für Anwälte, Notar, etc.).
Symbolische Kosten von 1 € pro m²
Der Betrag von 1 € pro Quadratmeter ist ein bewusst niedrig angesetzter Wert, um den Schutz für Spender:innen greifbar und zugänglich zu machen. Die tatsächlichen Kosten pro Quadratmeter können in manchen Fällen leicht höher liegen, werden jedoch durch effizientes Management ausgeglichen.
Fazit: Der Preis von 1 € pro m² spiegelt nicht nur die geringeren Kosten in abgelegenen Regionen wider, sondern auch die Effizienz der Arbeit von Wilderness International. In Ländern wie Deutschland ist Land aufgrund von Nutzungsdruck, Bauvorhaben und Zersiedelung teurer, während die abgelegenen Urwaldregionen in Peru und Kanada wirtschaftlich weniger stark genutzt und daher günstiger zu schützen sind.