Kauft ihr auch gerodete Flächen, um diese wieder aufzuforsten?
Wir fokussieren uns darauf, die Urwälder zu schützen, die noch da und intakt sind. Wenn Wälder einmal zerstört (und ggf. sogar landwirtschaftlich genutzt) wurden, sind sie im Prinzip unwiederbringlich verloren und es wird schwieriger, auf gerodeten Flächen wieder einen gesunden, artenreichen Regenwald entstehen zu lassen. Wenn Gebiete renaturiert werden, kann sich die Artenvielfalt nur von ökologisch intakten Gebieten ausgehend wieder ausbreiten. Und es würde tausende Jahre dauern, bis dort wieder ein ähnlich wertvoller, alter und artenreicher Wald entsteht.
Aufforstungsprojekte bergen auch einige Gefahren. Besonders kohlenstoffreiche Böden speichern riesige Mengen CO₂. Wird der Boden für Aufforstung bearbeitet, kommt dieser Kohlenstoff mit Sauerstoff in Kontakt – und entweicht über viele Jahre als CO₂ in die Atmosphäre! Natürlich hilft es auch nicht, natürliche, artenreiche Graslandschaften durch Monokulturen zu ersetzen, und dabei wertvolle Offenland-Ökosysteme zu zerstören. Auch werden viele Aufforstungsprojekte nur unzureichend kontrolliert – viele der angeblich weltweit bereis gepflanzten Bäume lassen sich nicht nachweisen.
Wenn man es richtig macht, kann Aufforstung aber durchaus eine Lösung sein.Doch damit sie wirklich wirkt, braucht es strenge Kriterien: Nur auf vormals bewaldeten Flächen aufforsten, Nur mit einheimischen Baumarten pflanzen, Möglichst hohe Artenvielfalt berücksichtigen, Hohe Überlebensraten sicherstellen
Bäume pflanzen ist kein Ersatz für Waldschutz – sondern nur dann eine sinnvolle Maßnahme, wenn es nach wissenschaftlichen Standards geschieht. Der Erhalt bestehender Regenwälder bleibt die wirksamste Strategie für Klima- und Artenschutz!