Warum ist es besser, bestehende Wälder zu schützen, als neue Bäume zu pflanzen?
Die Erwärmung unseres Klimas ist ein drängendes Problem, und schnelle sowie effiziente Maßnahmen sind nötig, um sie aufzuhalten. Mit nur einem begrenzten Budget gilt es sorgsam abzuwägen, welche Option die beste ist, um mit Bäumen ein gesundes Klima zu sichern.
Investiert man beispielsweise 100.000 € in den Schutz bestehender Wälder, werden - nach unserem Modell - 100.000 m2 Urwald mit sofortiger Wirkung geschützt und somit vor Abholzung bewahrt. Will man neue Bäume pflanzen, empfiehlt es sich das doppelte zu investieren, um ein vergleichbar großes Stück Land zu erwerben (abhängig von den aktuellen Landpreisen) und dieses mit standortgerechten und biodiversen Baum- und Straucharten aufzuforsten.
Baumplantagen und angepflanzte Wälder benötigen etwa 25 Jahre, um “klimapositiv” zu werden, und erreichen auch dann nur einen Bruchteil der Artenvielfalt und Biomasse von Urwäldern. In den ersten Jahren nach ihrer Bepflanzung tragen Baumplantagen sogar einen schweren “CO2-Rucksack” mit sich. Dieser ist gefüllt mit den in der Baumschule und durch die Pflanzung verursachten Treibhausgasen. Zudem emittiert der Boden nach der Pflanzung zusätzlich CO2.
Trotzdem ist es wichtig und gut, heute Bäume zu pflanzen! Es hilft dem Klima in 25 Jahren und macht überall dort Sinn, wo von Natur aus Bäume und Wald hingehören, jedoch nicht von alleine nachwachsen würden. Auch ist es eine gute Maßnahme, um in urbanen Gegenden Flächen zu entsiegeln, damit Bäume eine Kühlungsfunktion (in Städten etc.) übernehmen können. Doch die wichtigste Maßnahme zur Stabilisierung unseres Klimas ist der Schutz von bestehenden intakten Wäldern.