Welche Rolle spielt der temperierte Regenwald in Westkanada?

Denkt man an Kanada, hat man dichte Wälder und wilde Natur vor Augen. Und das nicht zu Unrecht: 70 % des Landes besteht aus großen Naturgebieten. 34 % der Fläche Kanadas sind mit Wald bedeckt, 53 % davon sind Urwald. Insgesamt beheimatet Kanada 20 % der weltweit verbleibenden Wildnisgebiete, doch dieser Pionier-Traum der unendlichen Weiten schwindet. 


Jeder weiß um den Wert und die Bedrohung der Amazonaswälder. Doch kaum jemand spricht vom vergessenen Ökosystem British Columbias: Dort befindet sich die letzte große zusammenhängende Fläche temperierten Regenwaldes der Welt. Dieser Urwald ist ein Wunder der Natur. Er beherbergt wilde Küstenwölfe, lachsfischende Weißkopfseeadler, mystische Geisterbären, seltenen fleischfressenden Sonnentau und gigantische Urwaldriesen wie Ahornbäume, Alaska-Zedern, Douglasien und Riesenlebensbäume, die bis zu 2.000 Jahre alt und 100 Meter hoch werden können. Das macht die Urwälder Westkanadas zum artenreichsten Ökosystem der Nordhalbkugel. Außerdem sind die Wälder, Urwaldriesen und Waldmoore in unseren kanadischen Schutzgebieten absolute Meister der CO2-Speicherung und eine der wichtigsten „Senken“ im Kohlenstoffkreislauf der Erde.


Und doch ist ausgerechnet British Columbia einer der letzten Rechtsräume auf der Welt, der weiterhin die großflächige Abholzung von 600 bis 1.800 Jahre alten Urwaldriesen erlaubt. Zwischen 2003 und 2010 war nur die Abholzung in British Columbia verantwortlich für einen höheren jährlichen CO2-Ausstoß als das gesamte Land Finnland. Die Hauptursachen sind Holzwirtschaft, Landwirtschaft und der Bau von Infrastruktur.

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