Welche Rolle spielt der tropische Regenwald in Peru?

Mehr als die Hälfte der Fläche Perus ist von Wäldern bedeckt. Damit hat das Land den weltweit viertgrößten Bestand an tropischem Regenwald – nach Brasilien, der Demokratischen Republik Kongo und Indonesien. Im Jahr 2018 waren noch 87 % dieser Fläche Urwald. Die Wälder des Amazonasbeckens sind die größten zusammenhängenden Regenwälder der Erde. Damit sind sie nicht nur ein riesiger CO2-Speicher, sondern machen sogar ihr eigenes Wetter – ein einmaliger Wasserkreislauf, der den Regen vom Atlantik bis zu 5000 km weit in den Westen des Kontinents bringt. Das Einzige, was diesen Wasserkreislauf aufrechterhält, ist das gewaltige Ausmaß der zusammenhängenden Regenwälder. 


Gleichzeitig leisten die Amazonaswälder einen wichtigen Beitrag zur Kühlung der Umgebung und zur Reinigung der Luft von Schadstoffen. Über die Jahrtausende haben diese Regenwälder zudem den für uns lebenswichtigen Sauerstoff in der Atmosphäre produziert. Außerdem gelten die Regenwälder in der Madre de Dios Region als der artenreichste Ort der Welt! Wegen der günstigen klimatischen Bedingungen und erdgeschichtlichen Entwicklung gibt es hier 10 mal mehr Reptilien und Amphibien als in Deutschland. Etwa 10 % aller Vogelarten der Welt lassen sich dort beobachten und auf einem Hektar Wald kann man ca. 400 Baumarten finden – mehr als in ganz Europa nördlich der Alpen!


Doch leider ist der Wald stark gefährdet: Zwischen 2015 und 2020 gingen laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinigten Nationen (FAO) jährlich etwa 10 Millionen Hektar an tropischem Regenwald verloren, wobei das Amazonas-Gebiet jährlich am meisten geschädigt wurde. Allein 2020 verschwand eine Fläche Primärwald so groß wie Israel – das sind mehr als 22.000 km2.

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